Warum Polaroid?

Von Dachböden und angenehmen Überraschungen

Vor drei Jahren hab ich am Dachboden meiner Oma eine alte Polaroid-Kamera gefunden und war auf der Stelle so begeistert, dass ich sie gleich mitnehmen und loslegen wollte. Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich herausgestellt hat, dass die Kamera leider nicht mehr funktionierte.
Ich hab das eigentlich ziemlich schnell wieder vergessen, meine Oma allerdings nicht. Denn zu Weihnachten hat sie mir dann tatsächlich eine Original Polaroid geschenkt. Zwar ein etwas neueres Modell als ihr ehemaliges (das sie für eben diese Kamera in einem Spezialgeschäft eingetauscht hatte), aber dafür funktioniert sie jetzt auch.

Seither bin ich also stolze Besitzerin einer Polaroid 636 Close Up.

Und mit eben dieser spiele ich mich seither immer wieder herum. Original Polaroid-Filme werden ja inzwischen nicht mehr erzeugt, aber das Impossible Project bietet inzwischen eine ganze Reihe unterschiedlicher Filme für die alten Polaroid-Kameras an! Diese sind zwar bei weitem nicht günstig (20€ für 8 Fotos!) und filmtechnisch echt eine Herausforderung, aber man freut sich einfach umso mehr, wenn dann ein schönes Foto dabei herauskommt.

Instant Love

Was ich an den Polaroids so liebe und warum ich sie als Titelbilder für diesen Blog gewählt habe, hat zwei einfache Gründe:

Erstens komm ich so viel mehr zum Fotografieren und kann mit etwas experimentieren, an dass ich sonst ohnehin viel zu wenig denke, obwohl es mir so viel Spaß macht!
Und zweitens gefällt mir der Gedanke, dass ich bei einem Polaroid nicht tausend mal abdrücke, um danach aus einer Vielzahl von Schnappschüssen das beste Foto zu wählen. Nein, Polaroids sind (zumindest für mich und mein derzeitiges Budget) sogenannte One Shots, deren fertig entwickeltes Ergebnis aufgrund der Eigenwilligkeit der Filme selbst für den Fotografen nie 100% vorhersehbar ist.

So sind die entstandenen Bilder zwar sicher nicht immer perfekt, aber auf jeden Fall authentisch – und bringen jedes Mal eine kleine, charmante Überraschung mit.

Und ganz ehrlich – wer mag schon keine Überraschungen?

Nachtrag Oktober 2015:

Wer diesen Blog schon länger verfolgt, wird bemerkt haben, dass die echten Polaroids als Titelbilder immer seltener werden. Obwohl ich das selbst sehr schade finde, sehe ich es gleichzeitig als Weiterentwicklung von ilvieebella. In dem guten halben Jahr, in dem der Blog existiert, hat mich die oben schon erwähnte, unstabile Qualität der Impossible-Filme einfach immer weniger überzeugen können. Und wozu krampfhaft an etwas festhalten, mit dem ich selbst nicht glücklich bin. Schließlich ist und bleibt diese Seite mein Spielplatz, also genau der Ort, wo ich mich ohne Rücksicht austoben möchte. :) Die Liebe zu Polaroids habe ich allerdings nicht aufgegeben, deswegen bleiben auch die an die Sofortbilder angelehnten Titelbilder – erstmals. Wer weiß, wie das hier in Zukunft aussehen wird. 😉

Bild via Pinterest